Was ist Segelfliegen?

Der Traum vom Fliegen ist für den Menschen schon uralt. Fliegen wie ein Vogel, dahin schweben und die Welt von oben anschauen, das ist es, was den Menschen schon immer gereizt hat. Segelfliegen machts möglich - und ist gleichzeitig Hobby für Geniesser sowie anspruchsvoller Sport!


Anflug aufs Matterhorn
Anflug ans Matterhorn (Sommer 2004)

Die Flugart, die dem Vogelflug am nächsten kommt und für den Menschen noch realisierbar ist, ist der Segelflug.
Was aber ist überhaupt Segelflug? Als Kriterium gilt, dass das fliegende Objekt keinen Eigenantrieb, also keinen Motor hat, oder ihn zumindest nicht gebraucht. Das heisst also, dass man die Energie, die es braucht, um sich in der Luft zu halten, nicht aus dem fliegenden Objekt selbst, sondern aus der Umgebung herausholen muss. Im Falle des Segelflugzeuges nutzt man also möglichst günstige Wetterumstände, genauer gesagt, Aufwinde, auch Thermik genannt. Thermik entsteht, wenn sich Luftmassen durch Sonneinstrahlung erwärmen, und dadurch aufsteigen. Ebenso können Geländeformen zu Aufwinden führen, wenn der Wind zum Beispiel an einen Hang bläst, und die Luft so dem Hang entlang aufsteigen muss.

Ohne Motor zu fliegen, und nur mit Hilfe von Naturkräften in der Luft zu bleiben, stellt für jeden Segelflugpiloten nach jedem Start von neuem eine Herausforderung dar. Die Schönheiten, mit denen er aber belohnt wird, machen jede Mühe wert. Ein guter Segelflugpilot setzt sich intensiv mit Wetter, Geographie, Aerodynamik, Flugzeugtechnik und sich selbst auseinander.
Bei gutem Wetter kann man in einem Segelflugzeug gut und gerne mal 300 oder 500 Kilometer weit fliegen, manchmal sogar noch weiter. Dabei fliegt man von Aufwind zu Aufwind, dazwischen gleitet man vorwärts.
 Ein Flug kann mehrere Stunden dauern. Mit einem Segelflugzeug ist auch Kunstflug möglich.

Segelflug als Sport
In den beiden Disziplinen Streckenflug und Kunstflug werden regelmässig regionale, nationale und internationale Wettbewerbe ausgetragen. Auch gibt es eine sehr aktive Juniorenbewegung.
Faszinierend ist die Kombination von Teamsport und Einzelkämpferei. Am Boden ist man auf einander angewiesen, man braucht die gegenseitige Hilfe. In der Luft kommt es oft auf den einzelnen Piloten an, wie lange er oben bleibt und wie weit er kommt. Wer auf Strecke geht, fliegt aber oft im Team mit einem Kameraden in einem zweiten Flugzeug. Zu zweit Thermik finden ist einfacher.